Ein Interview über Rohstoffmanagement mit Mike Gately

Mike Gately

Mike Gately ist der Global Commodity Director bei Converge und verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Elektronikbranche. Er ist ein erfahrener Kundenbetreuer und Geschäftsentwickler und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der gesamten Elektronikbranche. Besonders hervorzuheben ist sein Fachwissen in den Bereichen Halbleiter, Strategie und internationale Beziehungen.

Bitte erzählen Sie uns ein wenig über sich selbst!

Ich kam von der Schule und ging in die Investmentbranche, weil ich eine Beschäftigung für die Zeit zwischen Studium und Promotion suchte. In dieser Branche ergab sich eine Gelegenheit, und ich beschloss, es auszuprobieren.

Zunächst war ich im Verkauf tätig, dann wurde ich in den Lagereinkauf versetzt. Schließlich wurde ich Gruppenleiter für den Einkauf und verwaltete sowohl Halbleiter als auch Technologieprodukte. Dann wurde ich Commodity Manager für allgemeine integrierte Schaltkreise (ICs) und übernahm schließlich das gesamte Commodity Management, was ich auch heute noch mache.

Haben Sie sich auf eine bestimmte Ware spezialisiert?

Zu Beginn meiner Laufbahn war ich auch Einkäufer für Arbeitsspeicher und habe einige CPUs gekauft, aber mit Komponenten auf Leiterplattenebene kenne ich mich am besten aus. Ich verfüge zwar über ein allgemeines Wissen über alle Rohstoffe, aber die wahren Experten sind die einzelnen Rohstoffmanager, die ich verwalte und die sich nur auf einen bestimmten Rohstoff konzentrieren.  

Was hat sich in den letzten Jahren auf dem Markt für elektronische Bauelemente geändert?

Konsolidierung, Fusionen, technologischer Wandel - vieles hat sich im Laufe der Jahre verändert. Selbst jetzt ändern sich die Dinge noch schnell, da geopolitische Fragen und die Weltwirtschaft mehr und mehr von Halbleitern bestimmt werden. Das bedeutet, dass selbst Menschen, die nicht in der Elektronikbranche tätig sind, besser verstehen, was wir tun, weil die Halbleiterindustrie in letzter Zeit in den Vordergrund der Nachrichten gerückt ist.

Obwohl die Halbleiterhersteller schon immer auf einem schmalen Grat balanciert haben, um gerade genug zu bauen, da die Welt von Halbleitern in Alltagsgegenständen (z. B. Kaffeemaschinen, Computern, Thermostaten, Autos) dominiert wird, hat COVID-19 das Problem wirklich explodieren lassen. Wir alle mussten unsere Lebensgewohnheiten ändern, und dafür brauchten wir Geräte. Außerdem gibt es jetzt geopolitische Probleme, die den Druck auf die Rohstoffe erhöhen.

Wie interagiert Converge mit dem Rohstoffmarkt?

Bei Converge konzentrieren sich alle unsere Commodity Manager auf bestimmte Regionen und Produkte. Da sie häufig miteinander kommunizieren, können wir nicht nur bei der Behebung von Engpässen oder der Verlagerung von Überschüssen helfen, sondern auch als Berater für die Kunden fungieren, wenn es um das Marktgeschehen geht.

Was glauben Sie, was das Jahr 2023 bringen wird?

Ursprünglich dachte ich, dass wir angesichts des Ausmaßes dieses Mangels im Vergleich zu früheren Engpässen eine sanftere Landung erleben würden. Jede Verknappung ist anders, und diese war sicherlich episch. Angesichts der verbleibenden grundlegenden Probleme wird es von entscheidender Bedeutung sein, was in den nächsten Quartalen geschieht.

Was wir jetzt sehen, ist, dass sich der Markt aus den falschen Gründen stabilisiert. Die makroökonomische Situation hat zusammen mit anderen Faktoren die Nachfrage in bestimmten vertikalen Bereichen verlangsamt, was eine Umverteilung von Materialien ermöglicht hat. Dies erweckt den Anschein, dass der Markt stabilisiert und wieder gut ist, aber er befindet sich immer noch in der Anpassungsphase.

Mehr denn je wird die Veralterung ein großes Thema sein. Die Unternehmen brauchen die älteren Produkte immer noch, und das wird wichtiger denn je sein. Viele Menschen investieren in die Herstellung neuerer, besserer Produkte, aber es gibt einen riesigen Markt für die älteren Komponenten, die immer noch in Produkte eingebaut werden.

Welchen Rat haben Sie für Unternehmen, die auf elektronische Komponenten angewiesen sind?

Das Wichtigste, was wir aus dieser Knappheit gelernt haben, ist, dass Just-in-Case-Bestände jetzt unerlässlich sind. In der Vergangenheit drehte sich alles um Just-in-time-Bestände. Die Unternehmen brachten ihre Bestände nur dann ein, wenn sie für die Produktion benötigt wurden, so dass sie keine zusätzlichen Kosten hatten, die mit zusätzlichen Beständen verbunden waren. Die jüngsten Engpässe verursachten jedoch so viel Kopfzerbrechen durch Produktionsverzögerungen und erhebliche Kostensteigerungen, dass viele Unternehmen erkannt haben, dass es wichtiger denn je ist, einen gewissen Pufferbestand an kritischen Komponenten zu halten, die für die Produktion unerlässlich sind.

Darüber hinaus müssen die Unternehmen den Markt ständig beobachten. Die Kenntnis der gesamten Lieferkette von oben bis unten, von den Rohstoffen bis zum Endprodukt, kann Ihre Lieferkette wirklich retten, wenn Sie im Voraus wissen, was auf Sie zukommt.

Wie kann Converge Unternehmen bei der Verwaltung von Rohstoffen unterstützen, wenn sich die Branche in den nächsten Jahren weiter verändert?

Converge hat einen umfassenden Überblick über die gesamte Lieferkette, da wir rund um den Globus gut aufgestellt sind. Außerdem verfügen wir über Commodity Manager für jede Produktart in jeder Region. Durch die Kombination unseres Fachwissens mit einzigartigen Daten und Analysen sind wir in der Lage, allen unseren Kunden ein hervorragender Berater und Partner zu sein. 

 

Um mehr darüber zu erfahren, wie Converge Ihre Lieferkette im Jahr 2023 unterstützen kann, kontaktieren Sie uns noch heute.

 

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